Die medizinisch-wissenschaftliche Bedeutung von Kaffee wird deutlich,

Die medizinisch-wissenschaftliche Bedeutung von Kaffee wird deutlich, wenn man die Fülle seiner über 1000 unterschiedlichen Inhaltstoffe betrachtet.

Wenn man die Fülle seiner über 1000 unterschiedlichen Inhaltstoffe betrachtet. Koffein, Vitamin B, Mineralstoffe, verschiedene Säuren, Phenole und Antioxidantien sind die bekanntesten und inzwischen am besten dokumentierten. Dementsprechend vielfältig ist die Wirkung des Kaffees auf den menschlichen Körper.
Am Beispiel von Koffein lässt sich ablesen, wie ein Wirkstoff verschiedenste Körperfunktionen beeinflusst. Wobei man immer im Hinterkopf behalten sollte, dass gerade die Kombination der einzelnen Substanzen in ihrer Synergie die Gesamtwirkung ausmachen. Ein Wirkstoff allein ist in der Pflanzenheilkunde (Phythopharmakologie) und Ernährungsphysiologie häufig nicht entscheidend, sondern vielmehr sein Zusammenspiel mit anderen. Und ganz nebenbei wird so auch verständlich, warum synthetische Monopräparate und einzeln angereicherte Wirkstoffe in "functional food"-Produkten weniger gut bis gar nicht wirken.
Kaffee ist ein durchaus den ganzen Stoffwechsel positiv beeinflussendes Lebensmittel und wahrlich ein "genussvoller Starter am Morgen".
Koffein bewirkt:
Im Gehirn eine Steigerung der Vigilanz, also der Wachheit und Aufmerksamkeit, unterdrückt aufkommende Müdigkeit und fördert den Gedankenfluss.
Am Herzen erweitert es die Herzkranzgefässe, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, das bedeutet das Herz kann kräftiger und schneller schlagen
An der Muskulatur der Lungenbronchien führt es, ähnlich dem Asthma-Medikament Theophyllin, zu einer Entspannung und Erweiterung des Luft führenden Lungengewebes, Fachbegriff: Spasmolyse
An den Nieren wirkt es harntreibend, das ist besonders deutlich zu spüren, wenn man zusätzlich Wasser oder andere Flüssigkeiten zu sich nimmt
Und neuste Untersuchungen belegen den Effekt, dass das Hormon Cholezystokinin ausgeschüttet wird, das die Gallenblase entleert und somit die Fettverdauung fördert, aber offenbar auch vor Gallensteinen schützt.
Wussten Sie schon: Die Magenbeschwerden nach Kaffeegenuss werden gar nicht durch Koffein ausgelöst.
Zahlreiche Untersuchungen sollten klären, in wie weit Koffein eine magenreizende Wirkung, unter anderem bei empfindlichen Menschen, habe. Ergebnis: Nicht das Koffein, sondern die Säuren sind verantwortlich für die magenreizende Wirkung. Diese Säuren aber lassen sich durch möglichst langsame Röstung deutlich verringern. Während italienischer Espresso in aller Ruhe (bis zu 24 Minuten) nach traditionellen Verfahren
(Trommelröstung) geröstet wird, sind die meisten heute angebotenen Kaffeesorten Ergebnis einer Art Schockröstung (3-5 Minuten in Heissluft). Und so kann es nicht verwundern, das diese Kaffees erheblich mehr Säure enthalten und eine entsprechende Wirkung auf den Magen entfalten. Überlegen Sie mal: Klassischer 'Supermarktkaffee' kostet heute nicht mehr Geld als vor 15 Jahren. Das Geld aber ist in dieser Zeitpanne weniger wert geworden (Inflation). Durch die modernen Röstverfahren ist die Herstellung zwar billiger geworden, der Kaffee hat aber leider auch stark in der Qualität nachgelassen.